Verlust eines geliebten Menschen während Corona




Vor 4,5 Jahren habe ich meinen jüngeren Bruder verloren. Manchmal habe ich immernoch Tagen, an denen ich das nicht glauben kann. Warum erzähle ich euch das?! Am 03.01.2021 habe ich meine beste Freundin aus meiner Heimat verloren und es fühlt sich genauso an, wie mit meinem süßen Bruder. Der große und wichtige Unterschied zu damals ist, dass ich meine Trauer nicht unterdrücke.


Meine Freundin war jung (37) und voller Leben und Tatendrang. Genauso behalte ich sie in meinen Erinnerungen. Sie hat drei wunderbaren Kinder hinterlassen. Dadurch, dass sie vor 17 Jahren meinen Cousin geheiratet hat, gehörte sie auch zur Familie. D.h., jedes Mal wenn ich zurück in die Heimat fliege, werde ich ihre Kinder sehen und somit ein Stückchen meiner Freundin. Das alles wird in der Zukunft passieren und bis dahin muss ich lernen meine Trauer in der Ferne “alleine” zu bewältigen.


Die ganze Welt ist Mitten in Pandemie. Wegen des Corona Viruses fliegen gar keine Flüge in meine Heimat, sodass ich nicht hinfliegen kann. Der Abschied ist nicht möglich. Ich stelle gerade fest, dass es immer wieder passieren wird. Jedes Mal, wenn jemand in der Familie stirbt, werde ich nicht dabei sein können. In muslimischen Ländern findet die Beerdigung gleich am nächsten Tag statt. So wie damals nach dem Tod meines jungen Bruders muss ich mich gedulden, um Abschied nehmen zu können. Das ist der Preis, den ich und viele anderen Migranten*Innen zahlen.



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